Übung macht den Meister - SG Kreba-Neudorf e.V.

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Übung macht den Meister

<br />

Die Talentfrage – Übung macht den Meister


"Mein Geheimnis ist die Übung. Ich habe immer daran geglaubt, dass man, wenn man etwas Besonderes im Leben erreichen will, dafür arbeiten und arbeiten und nochmals arbeiten muss." David Beckham (Champions League Sieger, Weltpokalsieger und 115 Länderspiele für England)

Bevor man sich intensiv mit Trainingsmethoden und Planungen beschäftigt, sollte im aller ersten Schritt festgelegt werden, was überhaupt ein Talent ausmacht und welche Spieler gefördert werden sollen. Ein altes Zitat bringt es auf den Punkt:

"Nicht der Wind, sondern die Segel bestimmen den Kurs.“
Kann es jeder Mensch, der bei voller Gesundheit ist, zum Profifussballer schaffen, oder ist dies einer speziellen Gruppe vorbehalten, die von Geburt an Fähigkeiten besitzt, die Sie zum Profi machen? Viele Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von einem Talentmythos und behaupten, dass jeder Mensch zu einem Experten in seinem Fachbereich werden kann, wenn die richtigen Faktoren aufeinander treffen.

Üben, Üben, Üben
Dabei ist immer wieder die Rede von der sogenannten 10.000 Stunden Regel, die durch den schwedischen Psychologen Anders Ericsson bekannt wurde, der sich seit zwei Jahrzehnten ausgiebig mit dem Thema Begabung auseinander setzt. Diese Regel besagt, dass 10.000 Stunden Übung benötigt werden, um in seinem Fachbereich an die Spitze zu kommen. 10.000 Stunden: Das wären 2 Stunden und 44 Minuten Übungszeit jeden Tag über 10 Jahre.
Waren Mozart, Tiger Woods oder Lionel Messi also wirklich Wunderkinder oder lag es viel mehr daran, dass diese Personen bereits in einem sehr jungen Alter 1000de von Stunden geübt haben. Mozart hatte beispielsweise bereits mit 6 Jahren über 3500 Stunden Übungszeit hinter sich. Eine Übungszeit auf die selbst viele passable Erwachsene Musiker nicht kommen. Einer der weltbesten Tennisspieler und ebenfalls als Wunderkind betitelte Andre Agassi, machte in seiner Autobiographie "Open" folgende Aussage:“Mein Vater sagt, wenn ich jeden Tag 2500 Bälle schlage, dann sind es pro Woche 17.500 und am Ende des Jahres fast eine Millionen. Mathematik ist seine Religion. Zahlen sagt er, lügen nicht. Ein Kind, das pro Jahr eine Millionen Bälle schlägt, wird unbesiegbar sein.“
Den Ansatz von Ericsson griff der ungarische Erziehungspsychologe Laszlo Polgar auf, der seine drei Töchter mit 10.000 Stunden Übungszeit zu weltklasse Schachspielerinnen formte und was der Fachwelt als das "Polgar-Schwestern-Experiment" bekannt ist. Polgar war überzeugt davon, dass herausragende Leistungen auf Übung beruhen. Sein Leitspruch war: "Genies werden gemacht, nicht geboren!“ Seine erste Tochter Susan stieg bereits mit 15 Jahren zur weltweiten Nummer 1 auf und gewann viermal die Weltmeisterschaft der Frauen. Seine Tochter Sofia wurde bereits mit 5 Jahren erster bei den ungarischen Meisterschaften für unter Elfjährige und gewann mehrere Goldmedaillen bei Schacholympiaden. Seine jüngste Tochter Judith stieg mit 15 Jahren zur Großmeisterin auf und gilt als beste weibliche Schachspielerin, die es jemals gab. Sie besiegte männliche Großmeister wie Garri Kasparow. Dies sorgt für ein solches Aufsehen, dass der holländische Milliardär Joop van Oosterom bei Polgar anfragte, ob er drei Kinder aus Entwicklungsländern adoptieren würde, um sein Experiment endgültig zu beweisen, was jedoch die Frau von Polgar nicht durchführen wollte.

Begeisterung und Hingabe
Wichtig ist jedoch nicht nur die Quantität sondern auch die Qualität der Übungszeit. Entscheidend ist ein gezieltes Üben, was vorrausetzt, dass sich die betreffende Person aus einer inneren Motivation heraus frei für das Üben entschieden hat und mit Begeisterung übt, wodurch die benötigten Gehirnregionen nachweislich deutlich besser angesprochen werden, als bei einer Person, die nicht mit Begeisterung übt.

Das richtige Umfeld
Zudem ist neben 10000 Stunden gezielter Übung der Zugang zu den richtigen Trainingsmöglichkeiten wichtig. Das kein Schwimmweltmeister aus der Elfenbeinküste kommt, ist nicht verwunderlich, da es dort einfach keine Schwimmbecken gibt, in denen man überhaupt nur die Möglichkeit hätte, zu trainieren. Dafür kommen aber viele Weltklasse-Fußballer aus der Elfenbeinküste wie z.B. Didier Drogba oder die Toure Brüder, was auch nicht verwunderlich ist, da allein in Abdijan an einem Sonntagnachmittag über 3000 Fußballspiele auf einmal ausgetragen werden.

Durchhaltevermögen
Schon der große britische Staatsmann Winston Churchill antwortete auf die Frage, was sein wichtigstes Erfolgsgeheimnis ist:
"Geben Sie nie, nie ,nie, nie auf.“
Die Eiskunstläuferin Shizuka Arakawa stürzte auf Ihrem Weg zum Olympiasieg über 20000-mal. Die Basketballlegende Michael Jordan berichtet von sich selbst, dass er mehr als 9000 Bälle daneben geworfen hat und Gerd Müller ging in der Geschichte des deutschen Fußballs nicht nur als der Spieler mit der besten Trefferquote ein, sondern auch als der mit den meisten Fehlschüssen. Der Wille zum Durchhalten und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zulassen, ist also ein extrem wichtiger Bestandteil eines Sportlers, der es ganz nach oben schaffen will.

Geburtsdatum
Auffallend viele Fußballer sind im ersten Quartal geboren, wodurch diese im Jugendbereich oftmals körperlich weiter entwickelt sind und auch bereits mehr Übungszeit hinter sich haben und dadurch vermehrt in den Genuss von Fördermaßnahmen kommen. Das hat zur Folge, dass der Spieler ein besseres Training mit besseren Mitspielern erhält und auch mehr Spielzeit absolviert. Zudem wird er häufiger gelobt, was ihm zusätzliche Motivation und Bestätigung bringt und das Selbstvertrauen stärkt. Bei der Sichtung von jungen Spielern muss deshalb unbedingt immer auf das Geburtsdatum geachtet werden.

Einsatz
Eine weitere interessante Studie führte die Prof. Carol Dweck durch. Dweck gab 400 Kindern im Alter von 11 Jahren Puzzle zum Zusammensetzten. Nachdem die Kinder die Puzzle zusammengesetzt hatten, wurde die eine Hälfte mit den Worten „Du bist aber richtig talentiert“ und die andere Gruppe mit den Worten „Du hast sehr hart gearbeitet“ gelobt. Im nächsten Schritt wurden die Kinder gefragt, ob sie einen Test mit einem schwierigeren Anspruch wählen möchten, aus dem Sie aber viel lernen würden, oder lieber wieder ein einfacheren Test, so wie beim ersten Mal. Erstaunlicherweise wollten mehr als 2/3 der Kinder, die für ihr Talent gelobt wurden lieber einen einfacheren Test machen, wohingegen 90% der Kinder, die für ihre Anstrengung gelobt wurden, die schwierigere Variante wählten. Die Gruppe, die für ihre Anstrengung gelobt wurde, war nicht am Erfolg interessiert, sondern daran ihr eigenes Potential auszureizen, wohingegen die Gruppe, die für ihr Talent gelobt wurde, ihren Status nicht verlieren wollte. Als nächstes bekamen alle Kinder derart schwierige Aufgaben, dass keines der Kinder sie lösen konnte. Die Kinder, die für ihre Intelligenz gelobt wurden, gaben viel schneller auf und hielten sich nicht für schlau genug, um die Aufgaben zu bewältigen, worunter ihr Selbstvertrauen litt. Die Kinder, die für ihre Anstrengung gelobt wurde, blieben deutlich länger an den Aufgaben dran, hatte Spass an den schwierigen Aufgaben und hatten nach wie vor ein gutes Selbstvertrauen. Als letztes führten alle 400 Kinder einen weiteren Test durch, der genau so schwer war, wie der erste Puzzle-Test. Die talentierte Gruppe verschlechterte sich um 20% und die Gruppe, die für ihre Anstrengungen gelobt wurde, verbesserte sich um 30%. In der sportlichen Praxis nutzt der wohl bekannteste Tennistrainer Nick Bollettieri dieses Prinzip in seiner Tennis Academy, die eine Vielzahl an internationalen Tennisstars wie Andre Agassi oder Anna Kournikowa hervorbrachte. Bollettieri lobt nie das Talent, immer nur den Einsatz seiner Schüler, wodurch seine Schüler nach einer Zeit eine völlig andere Einstellung an den Tag legen. Die Schüler lernen die Bedeutung von Disziplin, harter Arbeit und Eigenverantwortung kennen. Ohne diese Werte würde es kein Sportler an die Spitze schaffen!

Fazit
Folgende Punkte müssen auf den Fussball übertragen und bei der Sichtung und Entwicklung von jungen Fussballern unbedingt
berücksichtigt werden, damit die Erfolgsaussichten auf eine erfolgreiche Karriere enorm steigen:
1. Innere Motivation: Freude, Spass, Begeisterung
2. 10000 Stunden gezielte Übung
3. Den Einsatz und nicht das Talent loben
4. Berücksichtigung des Geburtsdatums und des biologischen Alters
5. Der Trainer bzw. das Umfeld hat die Aufgabe, den Spielern ein optimales Trainingsumfeld zu bieten und die Spieler auf ihrem Weg         zu begleiten, so dass die Spieler sich fussballerisch und persönlich entwickeln können.


you-are-football.com | Blog

Gefällt mir Teilen

 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü